Führungs-Kräfte, sind wir alle

Ich glaube, zu diesen beiden zusammengesetzten Substantiven fällt wohl jedem etwas ein! Viele vergessen aber, dass man jederzeit auch in die Situation einer Führungs-Kraft kommen kann. Ob nun im Betrieb, als Elternteil oder als Trainier – sicherlich gibt es noch viele andere.

Was zeichnet eine Führungs-Kraft aus, das Führen oder die Kraft oder beides?

Schauen wir uns das Verhalten mal an: So wie eine Führungs-Kraft seine Mitarbeiter behandelt, so werden wahrscheinlich die Mitarbeiter auch die Kunden behandeln. So wie man sich fühlt, so arbeitet man auch! Die Zusammenarbeit erfolgt immer durch eine Kommunikation, die mit Emotionen verbunden sind. Wenn aber bei mir negative Emotionen hervorgerufen werden, dann wird dieses Gefühl meine Arbeit überschatten.

Jede Führungs-Kraft sollte dies bedenken!

Ich finde, dass eine der wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Führungs-Kräfte die Fähigkeit ist, Dinge in Frage zu stellen. Und dazu gehört auch das eigene Verhalten! Nehmen wir z.B. mal die Führungs-Kräfte “Eltern” unter die Lupe. Fast jeder kennt die Situation, die Kinder dazu zu bringen, die Hausaufgaben (HA) zu machen. Als Führungs-Kraft liegt es bei Ihnen, Ihr Kind dazu zu bringen, die HA zu machen. Sie könnten “Kraft” durch Autorität anwenden, doch das erzeugt eine falsche Emotion. Die Emotion sollte in die Richtung gehen, dass Ihr  Kind erkennt, dass es “positiv” ist, die HA zu machen. Es liegt bei ihnen, das Positive herauszuarbeiten:

  • Welche Vorteile gibt es, wenn die HA gemacht werden?
  • Was sind die Nachteile?
  • Gibt es Beispiele aus dem alltäglichen Berufsleben, die man mit den HA in Verbindung bringen kann?

Wichtig ist dabei zu wissen, so wie sich Ihr Kind durch Ihre Kommunikation fühlt, so wird es auch andere behandeln. Somit ist der Erfolg oder Misserfolg bis zu einem bestimmten Grad abhängig von der Qualität Ihres Charakters als Führungs-Kraft.

Eine Führungs-Kraft führt, d.h. er versucht andere erfolgreich zu machen! Hier einige Attribute:

  • Freies Denken/Mit-Denken fördern und das eigenständige Handeln ermöglichen.
  • Aus der Gruppe raustreten und andere um sich versammeln kann, und eine Kommunikation untereinander fördert.
  • Vorleben kann, was nachahmungswert ist.
  • Selbstvertrauen, Mut und pos. Gefühl als Wert der Gemeinschaft vermittelt.
  • Spielraum geben kann, das Realitäten akzeptiert und das Machbare angestrebt werden kann.

Ich finde die Aussage, zu einer Führungs-Kraft, von Wolfgang Denz passend: “Denn wer das Selbstvertrauen seiner Mitarbeiter verletzt, behindert Ihre Leistung. Er verhindert Sie. Er führt nicht. Er blockiert!” Und das gilt in allen Lebensbereichen. Hier zeigt sich auch ein weiterer Aspekt in unserem Leben: Wir sind kommunikative Wesen!
Daraus könnte man folgern, dass ein gewisses Interesse an anderen Menschen sein sollte. Wie ist dieses Interesse ausgeprägt? Ichiro Kishimi und Fumitake Koga beschreiben diese Situation in einem fiktiven Gespräch zwischen einem Philosophen und einem jungen Mann. Das Buch “Du musst nicht von allen gemocht werden!” (*) beschreibt recht ausführlich, was die kommunikative Welt mit uns macht.

Wie schon gesagt, wir sind alle eine Führungs-Kraft! Wie verhalten wir uns eigentlich in unserem Leben? Interessieren wir uns für andere oder sind wir der “Mittelpunkt der Erde”? Meinen wir, dass die Vergangenheit Schuld an unserer jetzigen Situation ist oder arbeiten wir an uns, um Veränderungen zu zu lassen? Stephen R. Covey beschreibt in seinem Buch “Die 7 Wege der Effektivität” (*) sehr schön, wie manipulierbar wir sind.
Wir lassen uns nicht nur von außen manipulieren, sondern wir manipulieren uns auch selber. Covey schreibt: “Die treibende Kraft einer wirksamen Manipulation ist die Macht der Situation.” “Psychologische Entwaffnung stellt häufig die Weichen für eine Beeinflussung.” “Es gehört zu den eher grausamsten Ironien des Lebens, dass wir genau in den Augenblicken am Verwundbarsten sind, in denen wir uns am wenigsten gefährdet fühlen. Betrüblicherweise kennzeichnet die Illusion der Unverwundbarkeit ziemlich genau unseren Ruhestand.”

Kennen Sie die Situation nicht auch?

Z.B., Sie haben Feierabend, sitzen mit einem Glas Wein vor dem Fernseher. Sie fühlen sich wohl! Es war ein schöner Tag und Sie konnten vieles erledigen. Durch Ihre Tätigkeit sind Sie fast immer erreichbar. Also auch heute Abend. Ein möglicher Gast, ein Handwerker, der ein Zimmer für 3 Nächte sucht – mit möglicher Verlängerung. Aber er kommt erst so gegen 1:30 Uhr. Kein Problem, Sie arrangieren alles, das Zimmer ist bezugsfertig. Alles gut! Der Gast ist auch ein zuvorkommender und sympatischer junger Mann, der sich aber später als Betrüger entpuppt hatte.

Anderes Beispiel: Normalerweise wäre ich direkt nach einem langen Bürotag direkt zum Training gefahren. Nur heute hatte meine Frau noch einen Termin und ich bin dann zuerst nach Hause, um dann etwas später mit zum Training zu fahren. Nur es blieb bei dem Wunsch. Sie kam nach Hause, wir hatten uns noch 30 Minuten über ihren Termin unterhalten und unser Bestreben zu trainieren wurde immer schwächer.

Situationen beeinflussen uns, erzeugen z.B. Emotionen der Ruhe und Sorglosigkeit. Wir verlieren aber den Fokus! Es können auch gegenteilige Emotionen sein, die den selben Effekt haben. Sicherlich wollen wir alle mal zur Ruhe kommen, entspannen – suchen nach Ablenkung. Wir halten aber diese Unterbrechungen für den eigentlichen Zweck, “dem das notwendige Übel der Arbeit dient” (Alan Watts (*)).

Wir befinden uns ständig im Fluss. Unsere Gedanken, Emotionen und alles um uns herum ist ständig dem Wandel und der Veränderung unterworfen. Wir erkennen die Veränderung, aber wir suchen lieber die Sicherheit. Wir wollen ein ruhiges Leben. Es ist schön, sich ablenken zu lassen – nach der anstrengenden Arbeit. Wir müssen dann nicht mehr darüber nachdenken, was passiert ist. Die Arbeit ist für viele zur Last geworden. Und irgendwann verspürt man nicht mehr die Lust etwas zu tun, zu lernen, zu trainieren, ein Buch zu lesen, zu analysieren …

Man will eher konsumieren und sich über alles und jeden ein Urteil erlauben. Urteilen geht schnell, da braucht man ja nicht nachdenken bzw. man will nicht nachdenken. Und was macht die Führungs-Kraft?

Agiert, lernt, probiert aus, macht Fehler, lernt und probiert wieder aus! Bis es funktioniert!

Ist manchmal ein langer Weg, aber das gehört zum Lernen, zum Erreichen. Und wir lernen nur aus Fehlern. Sie bleiben am Ball, probieren wieder aus, scheitern, ändern den Weg,  suchen usw., bis Sie eine Lösung haben. Dann geht es weiter, das nächste Hindernis, die nächste Aufgabe….

 

 

(*) Affiliatelink

Aufrufe: 325

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com